Kongress

S-02 - Nackenbedingte Armschmerzen – ein heterogenes klinisches Feld

Hintergrundwissen, Assessment und Management

Kurzbeschreibung

Grundlagenseminar (ohne Vorkenntnisse)
2 Unterrichtseinheiten / Fortbildungspunkte

Beschreibung

Nackenschmerzen stellen weltweit ein großes Gesundheitsproblem dar und sind somit ein relevanter Faktor, den das Gesundheitssystem bewältigen muss. Die Jahresprävalenz beträgt 16,7 % - 75,1 %. Nach einer akuten Nackenschmerz-Episode zeigen Betroffene bis zu 12 Monate später anhaltende (37 %), wiederkehrende (23 %) oder sich verschlechternde Symptome (10 %). Nacken- und Nackenarm-Schmerzen stellen sich in einem heterogenen klinischen Bild dar. Es kommen diverse Schmerztypen (nozizeptiver, noziplastischer und neuropathischer Schmerz) und -mechanismen (periphere und/oder zentrale Sensibilisierung) vor sowie diverse beitragende Faktoren. Neuropathischer Schmerz ist in der Regel intensiver und langwieriger als nozizeptiver Schmerz und sollte nach Möglichkeit frühzeitig diagnostiziert werden. Es gibt Hinweise darauf, dass nicht - spezifische Nacken- und Nackenarmschmerzen neuropathische Komponenten ausweisen. So ist es klinisch besonders relevant, den dominanten Schmerztyp zu identifizieren und ein gezieltes Management anzupassen. Hierbei können Klassifikationen eine Hilfe sein, zu diagnostizieren und eine angepasste Behandlung auszuwählen. In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass das Klassifizieren von PatientInnen eine maßgeschneiderte Behandlung ermöglicht und so das Behandlungsergebnis verbessert. Zusammengefasst: Eine gezielte Befundung und angepasste Behandlung können das Versorgen der PatientInnen mit nackenbedingten Armschmerz verbessern. Gerade bei neuropathischem Schmerz ist eine frühe Diagnostik relevant und sollte von allen GesundheitsversorgerInnen geleistet werden können. Hintergrundwissen und fachlicher Austausch helfen das Arbeiten in der klinischen Praxis zu bereichern.

Referent: