Kongress

S-13 - Wo wirkt Myofasziale Triggerpunkt-Therapie?

Den Wirkmechanismen der Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie auf der Spur

Kurzbeschreibung

Grundlagenseminar (ohne Vorkenntnisse)
2 Unterrichtseinheiten / Fortbildungspunkte

Beschreibung

Myofasziale Triggerpunkte stellen eine häufige Ursache von Schmerzen im Bewegungssystem dar. Definiert ist ein Myofaszialer Triggerpunkt als eine abgrenzbare, druckschmerzhafte Region (tender spot) auf einem in der Muskulatur palpierbaren Hartspannstrang (taut band). Sofern bei Provokation eines Myofaszialen Triggerpunktes z.B. durch manuellen Druck Schmerzmuster aktiviert werden, die der Patient aus dem Alltag kennt (pain recognition) spricht man von einem aktiven Myofaszialen Triggerpunkt, ist dies nicht der Fall spricht man von einem latenten Myofaszialen Triggerpunkt. Ziel dieses Workshops soll es sein, unterschiedliche mögliche Wirkmechanismen der Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie näher zu beleuchten. Neben Erklärungsmodellen zur Wirkungsweise der Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie, welche sich primär auf lokale, periphere Prozesse konzentrieren, existieren Erkenntnisse, dass bei der Wirkung der Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie auch zentralnervöse Mechanismen eine Rolle spielen könnten. Während in klinischen Studien herauskam, dass sich Druckschmerzschwellen nicht nur im Bereich von behandelten Myofaszialen Triggerpunkten, sondern auch in davon entfernten Regionen beeinflussen lassen, konnte mittels funktionellem MRT gezeigt werden, dass durch die Behandlung Myofaszialer Triggerpunkte Hirnareale aktiviert werden, die für die entsprechende deszendierende Schmerzmodulation verantwortlich sind. Nach einer Präsentation der Erklärungsmodelle zu den unterschiedlichen Wirkmechanismen der Myofaszialen Triggerpunkt-Therapie und Hintergründen zur endogenen Schmerzmodulation soll in diesem Workshop anhand eines Live-Experiments geprüft werden, ob sich die Ergebnisse einzelner Studien bezüglich reduzierter Druckschmerzhaftigkeit nach einer Triggerpunkt-Behandlung reproduzieren und sich dadurch ebenfalls Hinweise für eine zentralnervöse Wirkungskomponente finden lassen.

Referent:

Dr. Tibor Szikszay
Universität zu Lübeck, Institut für Gesundheitswissenschaften, Studiengang Physiotherapie