Kongress

S-15 - Über die Schmerzgrenze hinaus

„Competing Hurt“ im Leistungssport und die Rolle der Sportphysiotherapie

Kurzbeschreibung

Grundlagenseminar (ohne Vorkenntnisse)
2 Unterrichtseinheiten / Fortbildungspunkte

Beschreibung

Was weiß man bisher? Sportliche Aktivität trotz wahrgenommener Schmerzen wird in der Literatur als „playing hurt“ oder „competing hurt“ bezeichnet. Dieses Phänomen ist im Leistungssport weitverbreitet, hochriskant und geht außerdem häufig mit der Einnahme von Schmerzmitteln, der Missachtung medizinischer Richtlinien sowie dem Verheimlichen, Glorifizieren und Bagatellisieren dieser Schmerzen einher. Trotz des Risikos der möglichen schädlichen Folgen kann von einem normalisierten Verhalten beziehungsweise einer Risikokultur im leistungsorientieren Sport gesprochen werden. Was bedeutet das für die Praxis? Ärzte und Therapeuten sind einer Doppellogik aus Spitzensportsystem mit verbundener Risikokultur und Medizinsystem mit entsprechendem Handlungsethos ausgesetzt. In diesem Spannungsfeld müssen Entscheidungen zu den Problemfeldern Behandlungsmethoden, Trainings- und Wettkampfpausen, Wiedereinstieg ins sportliche Geschehen, Einsatz von verletzungspräventiven Maßnahmen sowie zum competing hurt getroffen werden. Die Physiotherapie, welche bereits überwiegend für die Behandlung und Rehabilitation von Verletzungen eingesetzt wird, könnte in diesem Kontext eine noch bedeutsamere Rolle einnehmen. Diese beinhaltet neben umfassenden Hilfestellungen zum verbesserten Umgang mit leistungssportlichem Schmerz- und Verletzungsmanagement auch konkrete und vertrauensvolle Unterstützung bei Entscheidungen zum competing hurt. Was erwartet die Teilnehmenden im Seminar? Nach einem Einstieg mit Darstellung der thematischen Relevanz und dem aktuellen Forschungsstand erfolgt eine Kurzübersicht der selbst durchgeführten Studie zum competing hurt im leistungsorientierten Handball. Anhand ausgewählter Kernergebnisse werden Empfehlungen für die Praxis mit Fokus auf die Rolle der Sportphysiotherapie ausgesprochen.

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