1. Norddeutsches dbl-Symposium für Logopädie

Eine Interventionsstudie zur sprachlichen Entwicklung von Late-Talkern im Anschluss an eine logopädische Therapie im Rahmen des OTUS-Projektes (L-04)

Kurzbeschreibung

Einstiegsseminar / Fortbildungspunkte: 1

Beschreibung

Hintergrund:

Ab einem Alter von drei Jahren zeigen Sprachentwicklungsstörungen eine chronische Manifestation. In der Therapie einzelner Entwicklungsmeilensteine wurden Alters- und Nachhaltigkeitseffekte nachgewiesen (Ringmann et al., 2010; Siegmüller & Beier, 2017). Im OTUS-Projekt wird nun die Frage gestellt, ob die Wirkung einzelner Therapien kumuliert werden kann, indem eine frühe, systematisch dem Entwicklungsverlauf angepassten Intervalltherapie angeboten wird, die direkt an verpassten Entwicklungsschritten ansetzt und die Selbstaktivierungsfähigkeit der Kinder triggert.

Fragestellung:

In einem ersten Schritt soll die Sprachentwicklung von Kindern während einer 6-monatigen, an die Late-Talker-Therapie anschließende, therapiefreien Phase beschrieben werden.

Vorgehen:

Rekrutiert werden Kinder im Late-Talker-Stadium im Alter zwischen 2;0 und 2;6 Jahren. Die Kinder erhalten am Emergenzmodell orientierte Therapie. Das erste Therapieintervall hat das Auslösen des Wortschatzspurtes zum Ziel. Während sowie am Ende der sich anschließenden Therapiepause wird die Entwicklung der Kinder anhand eines Elterntagebuchs sowie standardisierten Diagnostikverfahren dokumentiert. Zur Sicherung einer guten Jahreshörbilanz finden regelmäßige pädaudiologische Untersuchungen statt.

Ergebnis:

Die Ergebnisse zeigen die Entwicklung der Kinder in den Bereichen Lexikon, Semantik, Verb-Argument-Struktur, Syntax sowie Aussprache und ermöglichen einen Hinweis darauf, inwieweit Kinder die entsprechenden Entwicklungsschritte im Anschluss an die Late-Talker-Therapie selbstständig bewältigen.

Ausblick:

Im Rahmen des gesamten OTUS-Projektes kann anhand bis zum Schuleintritt dokumentierter Verläufe und dem Vergleich zu Kontrollgruppen eine neue Versorgungsstruktur diskutiert werden, in der die Kinder im Rhythmus einer Intervalltherapie beim Verpassen jedes Entwicklungsmeilensteines frühzeitig zu einer sprachlichen Diagnostik ggf. mit anschließender Therapie überwiesen werden (Siegmüller & Beier, 2015).

Referent:

Stephanie Göller
Europäische Fachhochschule Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften
Verena Schrader
Europäische Fachhochschule Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften