Kongress therapie HAMBURG - Workshop

Die Kniebeuge bewegungsanalytisch bewerten (S-06)

Kurzbeschreibung

Einstiegsseminar / Fortbildungspunkte: 2

Beschreibung

Die Kniebeuge hat im sportlichen und therapeutischen Umfeld eine immense Bedeutung. Im Gewichtheben und Powerlifting fungiert sie als eigenständige Disziplin, in schnelligkeits- und kraftbetonten Sportarten findet sie sich häufig als integraler Bestanteil des Krafttraining und in der Leistungsdiagnostik wieder und als fundamentale Komponenten vieler Alltagsbewegungen wird ihr in der Diagnostik und Therapie z.B. nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes (1–3) ein hoher Stellenwert zugemessen. Eine hohe Bewegungsqualität ist leistungssteigernd, generiert einen optimalen Trainingsreiz und kann das Verletzungsrisiko minimieren (4).

Die Evaluation der Bewegungsqualität der Kniebeuge ist wissenschaftlich ein stark untersuchtes Feld und stellt ein wichtiges Handwerkszeug für Trainern und Therapeuten dar. Doch auch wenn die Kniebeuge auf den ersten Blick nicht sonderlich komplex erscheint, sorgen die vielen beteiligten Gelenke mit ihren kombinierten Freiheitsgraden und mit bis zu 200 aktivierten Muskeln für ein hohes Maß an Komplexität (5). Weiterhin kann die Kniebeuge eher als ein Überbegriff für eine ganze Batterie an Bewegungsübungen angesehen werden, die sich durch Beinstellung (parallel oder in Schrittstellung, ein- oder beidbeinig, eng oder weit), der Beugetiefe (120°, 90°, parallel oder tief) sowie ggf. der Lage eines Zusatzgewichts (überkopf, front, nackenhoch & -tief, hängend) unterscheiden. Diese vielen Varianten erhöhen demnach zusätzlich die Schwierigkeit einer standardisierten Bewertung. Von daher zeigen Studien, dass eine rein subjektive Evaluation durch Trainer oder Therapeuten sinnvoll durch Methoden der instrumentellen Bewegungsanalyse unterstützt werden kann (6, 7). Hierbei liefern Messungen der kinematischen Bewegungsanalyse sowie der Kinetik (auftretende Kräfte) objektive Messdaten, die auch kleine Abweichungen aufzeigen können und somit eine feinere Differenzierung ermöglichen.

Im Rahmen des Workshops werden diversen Kniebeugevarianten vorgestellt. Anschließend können die Teilnehmer anhand von Videomaterial Kniebeugen eigenständig bewerten und diese Bewertungen mit bewegungsanalytischen Auswertungen in Bezug bringen. Darauf aufbauend werden gemeinsam Kerncharakteristika ausgearbeitet, mit denen eine wissenschaftlich fundierte, aber dennoch alltagstaugliche Analyse der Kniebeuge möglich ist.

Referent:

Prof. Dr. Torsten Brauner
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport
Prof. Dr. Michael Keiner
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport