1. Norddeutsches dbl-Symposium für Logopädie

Stimme und Transidentität (L-02)

Über die stimmtherapeutischen Möglichkeiten für trans* Menschen

Kurzbeschreibung

Einstiegsseminar / Fortbildungspunkte: 2

Beschreibung

Eine Person, deren Geschlecht sich nicht mit ihren körperlichen Merkmalen deckt, wird mit Begriffen wie Trans*, Transidentität, Transsexualität oder Transgender beschrieben. Möglicherweise strebt sie neben Behandlungen durch Sexualhormone, körpermodifizierende Operationen oder Abwandlungen des Verhaltens auch Veränderungen der Stimme sowie Sprechweise an, um ihren Wünschen entsprechend zu leben (Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung, 2019). Durch eine Angleichung der Stimme werden eine Verbesserung des Körperempfindens, des Selbstwertgefühls und des allgemeinen Wohlbefindens gefördert (Wolfradt & Neumann, 2001). Schließlich wurde die Stimme als der entscheidende Einflussfaktor festgestellt, der die Interaktion von Transfrauen am stärksten beeinflusst (Pasricha, Dacakis & Oates, 2008). Daher stellt die stimmtherapeutische Arbeit eine gute Möglichkeit dar, um Partizipation und Aktivität der Transfrauen positiv zu beeinflussen.

Die logopädische Arbeit mit Transfrauen (Mann-zu-Frau) stellt Stimmtherapeutinnen vor große Herausforderungen: Sehr gute Fachkenntnisse in den Bereichen Anatomie und Physiologie, stimmtherapeutische Methoden und feinfühliges therapeutisches Handeln sind gefragt. Auch das Wissen über Trans* und der Einfluss der Stimme auf das alltägliche Leben der Klientinnen ist von Bedeutung für den therapeutischen Prozess. Um diesen erfolgreich zu gestalten, reicht es häufig nicht aus, sich der üblichen stimmtherapeutischen Verfahren zu bedienen, sondern es Bedarf der Erweiterung durch sinnvolle Techniken beispielsweise aus dem Bereich Gesang.

Der Vortrag soll einen Eindruck über die möglichen Therapiebausteine für die Stimmarbeit mit Transfrauen geben.

Referent:

Maria Wilde
Berufsfachschule für Logopädie der Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf gGmbH im Werner Otto Institut