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Ein guter Testwert ist noch kein Comeback
Kraft stimmt, Beweglichkeit passt, der Funktionstest liefert gute Ergebnisse. Aber ist ein Athlet damit schon bereit für den nächsten Schritt zurück in seinen Sport? Genau diese Frage steht im Mittelpunkt des Kongressvortrags von Niklas Rosien auf der therapie HAMBURG. Denn im Sport kommen Anforderungen zusammen, die einzelne Tests nicht vollständig abbilden können.
In der Sportrehabilitation stehen zahlreiche etablierte Testverfahren zur Verfügung. Sie liefern wichtige Informationen über Kraft, Bewegung und Funktion. Gute Ergebnisse bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein Athlet auch die Anforderungen seiner Sportart unter realen Bedingungen bewältigen kann.
Je nach Sportart spielen hohe Geschwindigkeiten, wiederholte Aktionen, Ermüdung, Richtungswechsel, reaktive Situationen oder die Belastbarkeit über mehrere Wiederholungen eine Rolle. Für die Rehabilitation stellt sich deshalb immer wieder die Frage, welche Fähigkeiten für den nächsten Schritt der Rückkehr tatsächlich gebraucht werden und welche Informationen dafür noch fehlen.
Niklas Rosien kennt diese Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen des Leistungs und Profisports. Der Duisburger ist Gründer und Inhaber von PR+ Physiotherapie und Fitness. Seit 2022 betreut er als Physiotherapeut die American Football Mannschaft Rhein Fire sowie die Nationalmannschaft und die Junioren des deutschen Fechterbundes. Darüber hinaus sammelte er internationale Erfahrung beim NFL Team Seattle Seahawks.
In seinem Vortrag „Vom Patienten zurück zum Athleten: Die entscheidenden Schritte der Sportrehabilitation“ arbeitet Rosien mit drei konkreten Beispielen: Fußball mit Knieverletzung, American Football mit Weichteilverletzung und Fechten mit Schulterverletzung. Daran zeigt er, wie sich aus den Anforderungen der jeweiligen Sportart konkrete Fragen für die Rehabilitation ableiten lassen.
Dabei geht es darum, welche Informationen standardisierte Tests liefern, wann eine zusätzliche Testung sinnvoll sein kann und wann eine progressive Belastung oder eine sportartspezifische Aufgabe mehr über die aktuelle Belastbarkeit aussagt. Der zentrale Gedanke lautet: Nicht der Test bestimmt die Frage. Die Frage bestimmt die Testung.
Ziel ist, die für die jeweilige Entscheidung relevanten Informationen zusammenzuführen, die Reaktion auf Belastung einzubeziehen und verbleibende Unsicherheit möglichst gezielt zu reduzieren.
Der Vortrag findet am 6. November von 15:00 - 16:30 Uhr sowie am 7. November von 10:00 -11:30 Uhr im Kongress der therapie HAMBURG statt. Die Teilnahme ist nur mit einem Kongressticket möglich.