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21.09.2026 therapie HAMBURG

Was hat ein gestreckter Arm mit dem Beckenboden zu tun?

Mehr, als man zunächst vermuten würde. Denn der Beckenboden ist über ein zusammenhängendes Fasziennetz mit Bauch, Rücken, Hüften, Zwerchfell und Beinen verbunden. Wie sich dieser Blick auf das Training auswirkt, greift Heike Oellerich am 6. November auf der therapie HAMBURG auf.

Beim klassischen Blick auf den Beckenboden stehen häufig Anspannung und Entspannung im Vordergrund. Die fasziale Perspektive nimmt zusätzlich Elastizität, Anpassungsfähigkeit und Wahrnehmung in den Blick. Entscheidend ist dabei, wie gut der Beckenboden auf unterschiedliche Belastungen reagieren kann. Mal soll er stabilisieren, mal nachgeben und entspannen, gleichzeitig ist er in Bewegung eingebunden.

Heike Oellerich bezeichnet ihn deshalb als „Schaltstelle und Teamplayer für den gesamten Organismus“. Der Beckenboden stimmt sich laufend mit anderen Strukturen ab, etwa mit dem Zwerchfell bei der Atmung, mit der tiefen Bauch und Rückenmuskulatur bei der Stabilität oder mit Hüften und Beinen in der Bewegung. Über das Fasziennetz können Spannungen und Bewegungsimpulse zudem über mehrere Körperregionen weitergegeben werden. Veränderungen am Beckenboden können sich damit beispielsweise auf Haltung, Atmung, Hüftbeweglichkeit oder Rumpfstabilität auswirken. Umgekehrt erreichen ihn auch Spannungen aus anderen Körperbereichen.

Vom Anspannen in die Bewegung

Für das Training bedeutet dieser Ansatz, den Beckenboden stärker in ganze Bewegungsabläufe einzubeziehen. Federnde, schwingende oder spiralige Bewegungen verbinden Füße, Beine, Becken, Rumpf und Atmung miteinander. Dabei entstehen wechselnde Zug und Druckverhältnisse, auf die auch der Beckenboden reagiert. Er nimmt Spannung auf, gibt sie weiter, lässt wieder nach und federt zurück.

Wie unmittelbar diese Verbindung funktioniert, lässt sich an einem einfachen Beispiel erleben: Bleibt der Ellenbogen beim Anheben eines Arms auf Schulterhöhe, passiert im Beckenboden wenig. Wird der Arm dagegen weit nach oben gestreckt, als sollte etwas sehr Hochhängendes erreicht werden, folgen die Beckenbodenstrukturen automatisch der veränderten Spannung.

Genau diese dynamische Anpassungsfähigkeit steht auch im Alltag immer wieder auf dem Prüfstand, etwa beim Gehen, Laufen, Springen oder bei schnellen Richtungswechseln. Heike Oellerich, Ausbilderin, Personal Coach, Kursleiterin für Faszientraining und Faszientherapie sowie Gründerin von FASZIO®, vertieft diesen Ansatz in ihrem Vortrag „Beckenbodentraining mal anders!“ am 6. November von 10:00 bis 11:30 Uhr auf dem Kongress der therapie HAMBURG.

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