Schlüsselfaktor Gehirn: Warum das Nervensystem eine entscheidende Rolle bei Schmerz spielt

Ein neurozentrierter Blick auf Schmerz und wie gezielte sensorische Reize schmerzregulierende „Netzwerke" des Nervensystems beeinflussen können.

12:00 - 12:25 Uhr Fr. 06. Nov.

Beschreibung

Schmerz wird in der modernen Medizin und Therapie häufig als direkte Folge von strukturellen Schäden, Verletzungen oder Verschleiß interpretiert. Diese Perspektive prägt seit Jahrzehnten die klinische Praxis und hat sich tief im kollektiven Verständnis von Patienten und Behandlern verankert. Rückenschmerzen werden mit Bandscheiben in Verbindung gebracht, Schulterschmerzen mit strukturellen Läsionen und Knieprobleme mit degenerativen Veränderungen.
Aus neurophysiologischer Sicht greift dieses Modell jedoch zu kurz. Schmerz entsteht nicht im Gewebe, sondern wird vom Gehirn erzeugt. Das Nervensystem bewertet kontinuierlich eingehende Informationen aus dem Körper und der Umwelt und entscheidet auf Basis dieser Daten, ob eine Schutzreaktion notwendig ist. Schmerz ist dabei eine mögliche Schutzstrategie.
In diesem Vortrag zeigt Kevin Grafen (Sportwissenschaftler und Neuroathletik-Experte), warum das Gehirn die zentrale Instanz der Schmerzverarbeitung darstellt und weshalb eine rein strukturelle Betrachtungsweise häufig nicht ausreicht, um Schmerzen zu verstehen oder nachhaltig zu beeinflussen.
Der Vortrag vermittelt ein verständliches Modell der Schmerzverarbeitung im Nervensystem und zeigt praxisnahe Ansätze, wie neurozentrierte Strategien sinnvoll in bestehende therapeutische Konzepte integriert werden können.
Ein kompakter Einblick in eine Perspektive, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: Schmerz besser verstehen, indem man das Nervensystem versteht.

Referent:in

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

HMC - Forum HAMBURG (B3 EG)

Adresse
Bei den Kirchhöfen 1 20355 Hamburg