08. und 09. November 2024 therapie HAMBURG

Sportliches Training bei Multipler Sklerose

Praxisanwendungen basierend auf aktueller Evidenz und Forschungsansätzen

Das Programm startet in:

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15:30 - 17:00 Uhr Fr. 08. Nov.

Kurzbeschreibung

2 Unterrichtseinheiten / Fortbildungspunkte

Beschreibung

Körperliches Training gewinnt als nicht-medikamentöse Therapiemaßnahme bei Multipler Sklerose (MS) zunehmend an Bedeutung. Interventionsstudien zeigen, dass durch bewegungs- und sporttherapeutische Maßnahmen MS-spezifische und krankheitsübergreifende Symptome (z.B. reduzierte Kraft, Ausdauer, Koordination, Kognition und Lebensqualität sowie Fatigue und Depression) gelindert werden können. Zudem deuten erste Arbeiten auf ein neuroprotektives und krankheitsmodifizierendes Potential von regelmäßigem körperlichem Training hin, insbesondere von gezieltem Ausdauertraining.

Die Bewegungsempfehlungen für Personen mit MS sind angelehnt an die allgemeinen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Diese empfiehlt mind. 150 Minuten moderate oder mind. 75 Minuten intensive aerobe körperliche Aktivität pro Woche, um einen substanziellen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Ergänzend soll zweimal pro Woche ein Training zur Kräftigung der großen Muskelgruppe durchgeführt werden. Trotzdem sind Personen mit MS verglichen mit gesunden Personen weniger aktiv und zeigen eine reduzierte kardiorespiratorische Fitness. Eine reduzierte kardiorespiratorische Fitness geht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher und korreliert mit der Schwere der Erkrankung, gemessen anhand der „Expanded Disability Status Scale“ (EDSS).
Hoch-intensives Intervalltraining (HIIT) hat sich als effektive und zeitsparende Trainingsmethode erwiesen. Im Vergleich zum moderat-kontinuierlichem Training konnten schon nach drei Wochen größere Effekte hinsichtlich einer Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness, der Fatigue, der verbalen Gedächtnisleistung, sowie einer verstärkten Reduktion von entzündlichen Markern im Blutserum erfasst werden.
Im HIIT werden kurzzeitige, intensive Trainingsimpulse mit aktiven Pausenphasen kombiniert. Vorangehende Studien haben gezeigt, dass HIIT auf dem Fahrradergometer von Personen mit leicht bis moderatem Beeinträchtigungsgrad (EDSS ≤6.5) gut toleriert wird. Das folgende Protokoll hat sich als geeignet für den Einstieg in das HIIT-Training erwiesen: Nach einer 3-minütigen Aufwärmphase folgen fünf Intervalle von je 1.5 Minuten Dauer bei hoher Intensität (95-100% der maximalen Herzfrequenz) und Trittfrequenz (80-100 U/min). Nach jedem Intervall folgt eine aktive Erholungsphase von 2-3 Minuten Dauer bei geringem Widerstand und Trittfrequenz. Zum Schluss folgt eine 3-minütige Abkühlungsphase. Die Länge der Intervalle kann angepasst werden, indem sie je nach individuellen körperlichen Voraussetzungen auf 60 Sekunden gekürzt oder im Verlauf der Zeit auf bis zu vier Minuten ausgedehnt werden. Langfristig wird empfohlen, eine bis drei HIIT-Einheiten pro Woche in den Trainingsplan zu integrieren. Um die Trainingssteuerung zu optimieren, sollte zu Beginn und in regelmäßigen Abständen (z.B. alle sechs Wochen) ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer durchgeführt werden, bei dem die individuelle maximale Herzfrequenz und Leistung erfasst wird.

Eintritt Bemerkung

Kongressticket therapie HAMBURG erforderlich.

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

HMC - Kopenhagen 3 (1.OG B3)

Adresse Bei den Kirchhöfen 1 20355 Hamburg
Kontakt Website: https://www.hamburg-messe.de/services/anreise-uebernachtung